Südtirol 2026: Ortstaxe steigt in Bozen & Kastelruth – was die neuen Touristenabgaben für deinen Lastminute-Urlaub bedeuten

Mittwoch, 28. Oktober 2026 | Kategorie: International

Das Wichtigste zuerst: Südtirol wird 2026 teurer – und du solltest das vor der Buchung wissen

Planst du einen spontanen Lastminute-Trip in die Dolomiten oder die Südtiroler Weinstraße? Dann lohnt es sich, vor der Buchung einen genauen Blick auf die Nebenkosten zu werfen. Gleich zwei Gemeinden – Bozen und Kastelruth – haben ihre Ortstaxe für 2026 angehoben. Die Änderungen sind bereits in Kraft, und je nach Unterkunftskategorie und Aufenthaltsdauer kann das für eine Reisefamilie oder ein Pärchen spürbar ins Budget schlagen. Gleichzeitig bietet der Südtirol Guest Pass weiterhin attraktive Gegenleistungen, die du als Gast kostenlos nutzen kannst – wenn du weißt, wie.

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Bozen erhöht die Ortstaxe: Alle neuen Tarife ab Januar 2026

Ab dem 1. Jänner 2026 wird die Ortstaxe in Bozen angehoben. Die Erhöhung, die von der Stadtregierung beschlossen wurde, soll Mehreinnahmen von rund 300.000 Euro pro Jahr bringen. Das klingt zunächst nach einer kommunalen Haushaltsangelegenheit – für dich als Urlauber bedeutet es aber ganz konkret: Du zahlst je nach Unterkunft mehr pro Nacht.

Die Erhöhung der Ortstaxe ab dem 1. Jänner 2026 beläuft sich auf durchschnittlich 20 Prozent. Für Betriebe mit mehr als vier Sternen erhöht sich die Abgabe pro Nacht von 3,50 auf 4 Euro; für Unterkünfte mit drei Sternen steigt die Ortstaxe von 2,50 auf 2,80 Euro; für alle restlichen Beherbergungsbetriebe gibt es eine minimale Steigerung von 2 auf 2,10 Euro.

Auf Basis der derzeit rund 940.000 Übernachtungen pro Jahr würden die Einnahmen von derzeit 2,1 Millionen Euro auf etwa 2,4 Millionen Euro anwachsen. Die Verteilung bleibt unverändert: 60 Prozent gehen an die Bozner Tourismusorganisation, 30 Prozent an die IDM Südtirol, zehn Prozent an die Stadtgemeinde.

Bürgermeister Claudio Corrarati begründet den Schritt mit dem starken Wachstum des Tourismus in der Landeshauptstadt: „Die Mehreinnahmen helfen, die Belastungen für die Bevölkerung durch den starken Tourismus abzufedern – mehr Verkehr, überfüllte öffentliche Verkehrsmittel, höhere Anforderungen bei Abfallentsorgung und Kontrollen.“ Man habe sich an den Städten Meran und Brixen orientiert, „um die Abgaben auf das gleiche Niveau zu bringen“.

Die Erhöhung kommt zu einem Zeitpunkt starken touristischen Wachstums. Das Landesinstitut für Statistik ASTAT bestätigt: Bozen verzeichnete im Winterhalbjahr 2024/25 den höchsten Anstieg bei den Übernachtungen mit einem Plus von 11 Prozent. Wer also spontan in die Südtiroler Hauptstadt reist, trifft auf eine Stadt, die sich ihrer Anziehungskraft bewusst ist – und die Kosten dafür neu verteilt.

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Kastelruth zieht nach: Südtirols tourismusstärkste Gemeinde reformiert ihre Abgabe

Bozen ist nicht allein. Auch in Kastelruth – der Heimat der Seiser Alm und der berühmten Kastelruther Spatzen – wurde die Ortstaxe grundlegend reformiert. Der Gemeinderat von Kastelruth hat Ende Juli eine Erhöhung und Neuverteilung der Ortstaxe beschlossen. Damit fließt künftig rund eine halbe Million Euro in die Gemeindekassen.

Die Zahlen sprechen für sich: Mit 502 Beherbergungsbetrieben, 9.687 Gästebetten und über 231.000 Nächtigungen allein im Juli führt Kastelruth die Südtiroler Tourismusstatistik an. Auch bei der Ortstaxe war Kastelruth 2024 mit 5,1 Millionen Euro Spitzenreiter unter Italiens Berggemeinden.

Ab 2026 wird die Gemeindeaufenthaltsabgabe in Südtirols tourismusstärkster Gemeinde neu verteilt (die Tourismusvereine kriegen weniger) und erhöht (aber nicht überall). Ab 2026 steigt die Ortstaxe und die Gemeinde behält zehn Prozent der Grundtaxe und zehn Prozent der Erhöhung ein. Laut Tourismusreferent Adolf Hofer bleiben damit 205.000 Euro mehr als bisher in den Gemeindekassen – insgesamt rund eine halbe Million Euro.

Der Hintergrund: Während der Antrag bereits Ende 2024 keine Mehrheit fand, haben jetzt die beiden Grödner Tourismusvereine auf die Erhöhung der Ortstaxe gedrängt – und auch gleich den Betrag festgelegt. Die Vereine wollen sich für die Ski-WM 2031 ein finanzielles Polster anlegen.

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Was gilt überall in Südtirol? Der Rahmen der Ortstaxe auf einen Blick

Nicht nur Bozen und Kastelruth heben ihre Abgaben an. Die Gemeindeaufenthaltsabgabe – auch als Ortstaxe oder Kurtaxe bekannt – zahlen Gäste in Südtirol pro Übernachtung. Der Grundbetrag ist vom Land vorgeschrieben und liegt, je nach Beherbergungskategorie, bei 1,50, zwei oder 2,50 Euro. Dazu kommen die gemeindeeigenen Erhöhungen, die von Ort zu Ort stark variieren können.

Für einen praktischen Vergleich: In Schenna etwa beträgt die Ortstaxe aktuell 2,80 Euro pro Person und Tag (ausgenommen Kinder unter 14 Jahren). Die Ortstaxe ist nicht im Wohnungspreis enthalten und wird bei Abreise extra berechnet.

Als Faustregel für deine Lastminute-Planung gilt: Bei einem Pärchen und fünf Nächten in einem Vier-Sterne-Hotel in Bozen kommen allein durch die neue Ortstaxe 40 Euro zusammen – Kinder unter 14 Jahren sind meist befreit. Plane diesen Betrag also immer als Zusatzkosten ein, wenn du das Gesamtbudget kalkulierst.

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Der Südtirol Guest Pass: Deine kostenlose Gegenleistung als Hotelgast

Die gute Nachricht: Mit der Ortstaxe finanzieren die Gemeinden auch Leistungen, von denen du als Urlauber direkt profitierst. Das wichtigste Instrument ist der Südtirol Guest Pass. Der Südtirol Guest Pass ist die digitale Gästekarte für Urlauber, die bei zahlreichen Beherbergungsbetrieben in Südtirol erhältlich ist. Die Vorteilskarte kombiniert kostenlose Fahrten im öffentlichen Nahverkehr und – je nach Unterkunft oder Region – zusätzliche inklusive Leistungen wie Museumsbesuche oder regionale Aktivangebote.

Zahlreiche Beherbergungsbetriebe in Südtirol stellen ihren Gästen den Südtirol Guest Pass zur Verfügung: Ein Ticket, mit dem sie bequem und flexibel alle öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol nutzen können.

Konkret kannst du mit dem Guest Pass Regionalzüge in Südtirol und nach Trient, Regionalbusse sowie Stadt- und Überlandbusse und die Seilbahnen von Ritten, Meransen, Kohlern, Mölten und Vöran kostenlos nutzen. Das Ticket steht nun ausschließlich im digitalen Format zur Verfügung: als flexibles Ticket, das im PDF-Format auf das Smartphone heruntergeladen, in ein sogenanntes „virtual Wallet“ eingefügt oder ausgedruckt werden kann.

Wichtig für Lastminute-Reisende: Der Südtirol Guest Pass wird von teilnehmenden Beherbergungsbetrieben beim Check-in oder Pre-Check-in ausgestellt und per E-Mail bereitgestellt. Frage also schon bei der Buchung nach, ob deine Unterkunft am Programm teilnimmt – nicht alle Betriebe sind dabei.

Achte außerdem auf die Ausnahmen: Der Südtirol Guest Pass ist in Fernverkehrszügen (EC-Züge, Railjet, Frecciarossa, Frecciargento, Italo) nicht gültig. Auch die Fahrrad- bzw. Tiermitnahme, Nightliner-Shuttles und einige touristische Buslinien sind nicht enthalten.

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Was bedeutet das konkret für deine Lastminute-Buchung nach Südtirol?

Du planst kurzfristig einen Lastminute-Urlaub in Südtirol? Dann sind das die wichtigsten Punkte, die du jetzt wissen solltest:

  • Ortstaxe immer separat einplanen: Die Abgabe steht nicht im Buchungspreis. Rechne je nach Ort und Kategorie mit 2,10 bis 4,00 Euro pro Person und Nacht extra – Tendenz steigend.
  • Bozen und Kastelruth besonders betroffen: In diesen beiden Gemeinden gelten seit 2026 die erhöhten Tarife. Gerade Bozen ist als Städteziel und Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Dolomiten sehr beliebt.
  • Kinder meist befreit: In der Regel sind Kinder unter 14 Jahren von der Ortstaxe ausgenommen – prüfe aber die Regelung deiner konkreten Gemeinde.
  • Guest Pass inklusive nutzen: Wenn deine Unterkunft den Südtirol Guest Pass anbietet, sparst du durch den kostenlosen ÖPNV erheblich. Das kann die Ortstaxe-Mehrkosten mehr als ausgleichen.
  • Frühzeitig vergleichen: Auch innerhalb Südtirols variieren die Ortstaxen stark. Ein Lastminute-Deal in einer kleineren Gemeinde kann trotz günstigem Zimmerpreis günstiger sein als eine spontane Buchung in Bozen.

Wer spontan reist, bucht am besten direkt über spezialisierte Südtirol-Pauschalreisen, bei denen die Ortstaxe manchmal bereits im Gesamtpreis kalkuliert ist – oder zumindest klar ausgewiesen wird.

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Warum erhöhen so viele Südtiroler Gemeinden gleichzeitig?

Der Trend zur Ortstaxe-Erhöhung ist kein Südtiroler Sonderweg: Ganz Italien zieht 2026 an. Die Touristensteuer – auf Italienisch imposta di soggiorno – ist in nahezu allen beliebten Reiseregionen deutlich gestiegen, in einigen Orten sogar um satte 60 Prozent. Der Unterschied: Während andere Regionen oft erst auf Druck der Landespolitik reagieren, steuern Südtirols Gemeinden gezielt auf ein System zu, das Tourismuseinnahmen wieder stärker in die lokale Infrastruktur lenkt.

Das Geld aus der Ortstaxe fließt in Südtirol klassischerweise in drei Richtungen: in die örtlichen Tourismusvereine, in die Landesvermarktungsgesellschaft IDM Südtirol – und künftig zu einem höheren Anteil direkt in die Gemeindekassen. Die Verteilung in Bozen sieht vor, dass 60 Prozent an die Bozner Tourismusorganisation, 30 Prozent an die IDM Südtirol und zehn Prozent an die Stadtgemeinde gehen. In Kastelruth hingegen war genau dieser Gemeindeanteil der Streitpunkt – und wurde nun erstmals auf zehn Prozent angehoben.

Langfristig profitierst du als Gast davon: gepflegtere Wanderwege, modernere Seilbahnen, sauberere Ortschaften und ein verbesserter Nahverkehr – all das wird aus den Einnahmen kofinanziert. Der Aktivurlaub in Südtirol bleibt also trotz höherer Abgaben ein starkes Preis-Leistungs-Angebot.

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Häufige Fragen zur Ortstaxe in Südtirol 2026

Wie hoch ist die Ortstaxe in Bozen 2026?

In Bozen beträgt die Ortstaxe ab 2026 je nach Unterkunftskategorie zwischen 2,10 Euro (einfache Unterkünfte und Privatzimmer) und 4,00 Euro (Hotels ab vier Sternen) pro Person und Nacht. Drei-Sterne-Hotels liegen bei 2,80 Euro. Die Abgabe gilt für jeden volljährigen Gast und wird beim Check-out direkt vor Ort erhoben.

Müssen Kinder die Ortstaxe in Südtirol zahlen?

In der Regel sind Kinder unter 14 Jahren von der Ortstaxe in Südtirol befreit. Die genaue Altersgrenze kann je nach Gemeinde leicht variieren. Frage bei deiner Unterkunft nach oder informiere dich auf der Website der jeweiligen Tourismusorganisation.

Was ist der Südtirol Guest Pass und wie bekomme ich ihn?

Der Südtirol Guest Pass ist eine digitale Gästekarte, die dir kostenlose Fahrten mit dem gesamten öffentlichen Nahverkehr in Südtirol ermöglicht – also Busse, Regionalzüge und ausgewählte Seilbahnen. Du erhältst ihn automatisch per E-Mail von deiner Unterkunft beim Check-in, sofern der Betrieb am Programm teilnimmt. Er ist nicht käuflich erwerbbar.

Gilt die erhöhte Ortstaxe auch für Lastminute-Buchungen?

Ja, die Ortstaxe wird immer vor Ort und unabhängig vom Buchungsweg erhoben. Egal ob du früh oder spontan buchst – die Abgabe wird nach deiner Ankunft für jede Nacht berechnet. Sie ist in der Regel nicht im angezeigten Buchungspreis enthalten und wird separat beim Check-out bezahlt.

In welchen anderen Südtiroler Orten hat sich die Ortstaxe 2026 verändert?

Neben Bozen und Kastelruth haben auch andere Südtiroler Gemeinden ihre Tarife angepasst. Generell liegt die landesweite Grundtaxe je nach Unterkunftskategorie zwischen 1,50 und 2,50 Euro, zu der die Gemeinden eigene Aufschläge erheben dürfen. Informiere dich vor der Reise auf der Website deiner Zielgemeinde oder der IDM Südtirol über die aktuellen Tarife.

Lohnt sich trotz der höheren Ortstaxe ein Lastminute-Urlaub in Südtirol?

Absolut. Die Ortstaxe macht selbst bei einem Fünf-Nächte-Aufenthalt für ein Pärchen in einem Vier-Sterne-Hotel maximal 40 Euro aus. Der Südtirol Guest Pass, den viele Unterkünfte kostenlos bereitstellen, kann allein durch gesparte Bus- und Bahntickets diesen Betrag mehr als ausgleichen. Südtirol gehört zu den schönsten und bestorganisierten Urlaubsregionen Italiens – die leicht gestiegene Abgabe ändert daran nichts.

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