Rückblick: So reisten die Deutschen in den letzten 50 Jahren

Mittwoch, 14. August 2019 | Kategorie: Allgemein

Das Reisen war nicht immer so einfach wie heute. Flüge waren teuer und einige Reiseziele waren nur mit der aufwendigen Beantragung eines Visums erreichbar. Finanzielle Nöte nach dem 2. Weltkrieg machten es für viele Menschen unmöglich, überhaupt zu reisen. Doch mit jedem Jahrzehnt hat sich nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern ebenso das Reiseverhalten der Deutschen verändert. Auch der Tourismus unterlag dem Wandel der Zeit.

Eigenanreise - Deutschland

Vor dem Fliegen war das Auto die erste Wahl, um in den Urlaub zu fahren.

Urlaub in Deutschland mit dem PKW

Während damals eine Reise von Deutschland nach Italien mehrere Tage andauerte und dieser meist eine lange Planung vorausging, kann man heute bequem per Last Minute von deutschen Großstädten aus innerhalb nur weniger Stunden das „Dolce Vita“ genießen. Das Fliegen blieb damals für die meisten Menschen ein großer Traum. So galt das Auto zwischen den 1950er und 1980er Jahren als das Reise-Verkehrsmittel Nummer 1. Auch Bahnreisende gab es zu jener Zeit noch wesentlich mehr als heute.

Die Reisemöglichkeiten der Deutschen unterschieden sich damals durch die Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland stark. So konnten die DDR-Bürger, die außerhalb von Deutschland verreisen wollten, lediglich zwischen den Reisezielen Bulgarien, Ungarn, Rumänien und der Tschechoslowakei wählen. Die Sowjetunion konnten sie nur mit einem Visum besuchen. Die westdeutschen Bürger hatten es da schon wesentlich einfacher. Sie konnten prinzipiell die ganze Welt bereisen.

Wie sich das Reiseverhalten der Deutschen mit jedem Jahrzehnt veränderte

Bereits in den 1960er Jahren war das eigene Land das beliebteste Reiseziel der Westdeutschen – und auch 2019 führt Urlaub in Deutschland die Reisecharts der Bundesbürger an. Fernweh nach Italien und dem Mittelmeer machten sich zu jener Zeit bei den Westdeutschen breit, die mit ihrem Auto den Weg nach Italien über die Alpen auf sich nahmen.

Einen Aufschwung erlebte die deutsche Tourismuswirtschaft in den 1970er Jahren, als in Ländern wie Spanien, Italien und Griechenland der Massentourismus anbrach. Pauschalreisen lagen hoch im Kurs und die Mittelmeerstrände waren von Urlaubern nur so überschwemmt. Die 1980er Jahre waren durch einen Bauboom geprägt, der sich insbesondere in der Türkei durch den Bau riesiger Hotelanlagen abzeichnete. Auch die Reisepreise wurden zunehmend attraktiver. In den 1990er Jahren setzten sich immer mehr Reisende in den Flieger und steuerten diverse Fernreiseziele an. Die Tourismusbranche erlebte eine Hochkonjunktur und auch das touristische Angebot erweiterte sich merklich.

Mit der Jahrtausendwende brach auch im Tourismussektor eine Veränderung ein. All-Inclusive-Urlaub und Billigflüge bestimmten das Angebot der deutschen Reisekataloge und machten auch weit entfernte Länder zu einem erschwinglichen Reiseziel. Eines hat sich jedoch nicht verändert: Die Deutschen verreisen viel und gerne – sowohl vor 50 Jahren als auch heute noch.