Neuer Nachtzug nach Mailand: European Sleeper rollt ab September 2026 über den Gotthard

Dienstag, 9. Juni 2026 | Kategorie: International

Im Liegewagen über die Alpen nach Italien: Der Bahnanbieter European Sleeper bringt ab dem 9. September 2026 einen neuen Nachtzug zwischen Brüssel, dem Rheinland und Mailand auf die Schiene. Dreimal pro Woche rollt der Zug abends los, fährt über die historische Gotthard-Strecke durch die Schweiz und erreicht am nächsten Vormittag die norditalienische Metropole. Tickets gibt es seit dem 17. März 2026 – ein Liegeplatz startet bei rund 49,99 Euro.

Nachtzug am beleuchteten Bahnsteig in der Abenddämmerung

Ab dem 9. September 2026 verbindet ein neuer European-Sleeper-Nachtzug Brüssel und das Rheinland über die Gotthard-Strecke mit Mailand.

Einordnung

Mit dem eigenen Bett im Zug einschlafen und am nächsten Morgen ausgeruht in Italien aufwachen – genau das verspricht die neue Nachtzugverbindung des belgisch-niederländischen Anbieters European Sleeper. Die Strecke reiht sich in die kleine, aber wachsende Renaissance der europäischen Nachtzüge ein und macht Mailand für viele Reisende erstmals seit Jahren wieder bequem über Nacht und ohne Flug erreichbar. Wer von dort aus weiter in Italien unterwegs sein möchte, findet bei den Städtereisen nach Italien reichlich Anschlussideen, und auch für eine Städtereise nach Mailand ist die Bahn jetzt eine echte Alternative zum Flieger. Die offizielle Ankündigung samt Fahrplan veröffentlichte der Betreiber auf seiner Mailand-Seite.

Hauptteil

1. Start, Frequenz und Fahrplan im Detail

Die Eckdaten der neuen Verbindung stehen fest. Der erste Zug fährt am 9. September 2026, danach verkehrt der Nachtzug dreimal wöchentlich. In Richtung Süden geht es montags, donnerstags und samstags am Abend von Brüssel los; die Rückfahrten ab Mailand finden mittwochs, freitags und sonntags statt. Der Zug startet am frühen Abend – in Brüssel kurz vor 18 Uhr – und erreicht Mailand am nächsten Vormittag gegen 11.45 Uhr. Insgesamt dauert die Reise rund 16,5 Stunden, also eine klassische Nacht plus Vormittag im Zug. Wer den Wochenrhythmus geschickt nutzt, kann die Verbindung gut für ein verlängertes Wochenende oder den Start in einen längeren Italien-Urlaub einplanen. Anders als beim Flug zählt hier die reine Reisezeit kaum als verlorene Zeit: Wer schläft, verliert kein Urlaubstageskontingent, sondern wacht am Ziel auf.

2. Die Route über den Gotthard – und warum sie sich änderte

Ursprünglich sollte die Verbindung bereits im Juni 2026 starten und über die Simplon-Strecke führen. Wegen umfangreicher Gleisbauarbeiten, die sich bis 2027 ziehen, war diese Route jedoch nicht durchführbar. European Sleeper hat den Zug deshalb verschoben und auf die historische Gotthard-Strecke „über den Berg“ umgeleitet, die zwischen Zürich und Mailand verläuft. Auf dem Weg nach Süden hält der Zug am Abend unter anderem in Lüttich, Aachen und Köln. Am Morgen rollt er dann durch die Schweiz mit Stopps in Zürich, Bellinzona und Lugano, bevor er über Como nach Mailand Porta Garibaldi einfährt. Gerade die Morgenetappe durch die Alpentäler und entlang der oberitalienischen Seen gilt als landschaftlicher Höhepunkt der Fahrt – ein Panorama, das man aus dem Flugzeug nie zu sehen bekommt. Wer die Schweizer Bergwelt liebt, findet rund um die Strecke auch Inspiration für einen Winterurlaub in der Schweiz.

3. Klassen, Komfort und Preise

European Sleeper bietet auf der Strecke mehrere Reiseklassen an, sodass für unterschiedliche Budgets etwas dabei ist. Am günstigsten reist man im Budget-Bereich auf einem Sitzplatz, der laut Anbieter ab rund 29,99 Euro für die einfache Fahrt zu haben ist. Ein Liegeplatz im geteilten Classic-Abteil – also eine Liege in einem Sechs- oder Fünfbettabteil – startet bei etwa 49,99 Euro. Wer mehr Komfort möchte, wählt die Comfort-Standard-Klasse mit Liegeabteilen, die als Einzel-, Doppel- oder Dreierbelegung mit richtiger Bettwäsche und Matratze hergerichtet werden, ab rund 99,99 Euro. In der Comfort-Plus-Klasse schläft man im klassischen Schlafwagen, und ein Frühstück ist inklusive; diese Variante beginnt bei etwa 129,99 Euro. Private Abteile sind ebenfalls buchbar, kosten aber deutlich mehr. Die Tickets sind seit dem 17. März 2026 im Verkauf und lassen sich für Reisen bis Anfang Januar 2027 buchen.

4. Teil einer wachsenden Nachtzug-Bewegung

Die Mailand-Verbindung steht stellvertretend für einen Trend: Immer mehr Reisende wollen klimafreundlicher und entspannter unterwegs sein, und Nachtzüge erleben in Europa eine Wiederbelebung. European Sleeper betreibt bereits Verbindungen von Brüssel und Amsterdam nach Berlin und Prag sowie eine Strecke Paris–Berlin. Das Bild bleibt allerdings zwiespältig: Während 2026 mehrere neue Linien hinzukommen, sind zugleich rund zehn Verbindungen weggefallen, darunter die mehr als 1.450 Kilometer lange Strecke Stockholm–Narvik. Branchenkenner sehen den größten Engpass im Mangel an modernem Wagenmaterial – die Nachfrage wächst schneller als die Flotten. Für Italien-Fans ist die neue Mailand-Linie deshalb umso erfreulicher: Sie verbindet das Rheinland und die Beneluxstaaten ohne Umstieg mit der Lombardei. Wer von Mailand aus weiterzieht, kombiniert die Anreise gut mit einer Pauschalreise nach Italien.

Praktische Tipps

  • Früh buchen lohnt sich: Die günstigen Budget- und Classic-Preise sind kontingentiert. Wer flexibel bei Reisetagen ist, sichert sich die niedrigsten Tarife am besten weit im Voraus.
  • Klasse bewusst wählen: Für eine echte Nachtruhe lohnt der Aufpreis von Sitzplatz auf Liege oder Schlafwagen. Wer morgens fit ankommen will, fährt mit Comfort Standard oder Plus deutlich entspannter.
  • Anschluss in Mailand mitdenken: Der Zug endet an der Station Milano Porta Garibaldi, nicht am Hauptbahnhof Centrale. Plane für Weiterfahrten in Italien etwas Pufferzeit ein.
  • Fensterplatz für die Alpen sichern: Die Morgenetappe durch die Schweiz und entlang der oberitalienischen Seen ist das landschaftliche Highlight. Ein Blick aus dem Fenster lohnt sich besonders ab Zürich.
  • Stadt-Anschluss planen: Mailand eignet sich ideal als Auftakt für eine Städtereise – von dort sind viele norditalienische Ziele schnell erreichbar.

FAQ – Häufige Fragen zum neuen Nachtzug nach Mailand

Ab wann fährt der neue European-Sleeper-Nachtzug nach Mailand?

Die Verbindung startet am 9. September 2026. Ursprünglich war Juni 2026 geplant, der Start wurde wegen Gleisbauarbeiten auf der Simplon-Strecke jedoch verschoben.

Welche Route nimmt der Zug und wo hält er?

Der Nachtzug fährt über die historische Gotthard-Strecke. Abends hält er unter anderem in Lüttich, Aachen und Köln, morgens in Zürich, Bellinzona, Lugano und Como, bevor er Mailand Porta Garibaldi erreicht.

Was kostet eine Fahrt und an welchen Tagen verkehrt der Zug?

Ein Budget-Sitzplatz beginnt bei rund 29,99 Euro, ein Liegeplatz im Classic-Abteil bei etwa 49,99 Euro. Der Zug fährt dreimal pro Woche – ab Brüssel montags, donnerstags und samstags, zurück ab Mailand mittwochs, freitags und sonntags.

Wie lange dauert die Fahrt von Brüssel nach Mailand?

Die Reise dauert rund 16,5 Stunden. Der Zug startet am frühen Abend in Brüssel und erreicht Mailand am nächsten Vormittag gegen 11.45 Uhr.