Italien 2026: Neue Touristensteuer-Rekorde in Rom, Mailand & Venedig – was die Abgaben für deinen All-Inclusive-Urlaub bedeuten

Dienstag, 25. August 2026 | Kategorie: International

Wer 2026 nach Italien reist, muss tiefer in die Tasche greifen als je zuvor: Die imposta di soggiorno – Italiens kommunale Touristensteuer – hat in diesem Jahr flächendeckend neue Höchststände erreicht. Die Kurtaxe in Italien erreicht 2026 neue Höchststände, und wird für viele Urlauber zur spürbaren Zusatzbelastung – denn normale Kommunen können die Touristensteuer auf bis zu sieben Euro pro Nacht anheben. In Städten mit bedeutendem kulturellem Erbe wie Rom, Venedig und Florenz kann die Abgabe sogar bis zu zwölf Euro pro Person und Nacht betragen. Gleichzeitig verzeichnet Venedig mit seiner einzigartigen Tagesbesucher-Gebühr 2026 erstmals mehr als fünf Millionen Euro Einnahmen – und der neue Bürgermeister denkt bereits laut über eine drastische Erhöhung nach. Was das konkret für deinen Pauschalurlaub in Italien und besonders für All-Inclusive-Reisen bedeutet, erfährst du hier.


Gondeln auf dem Canal Grande in Venedig mit historischen Palazzi

Warum steigen Italiens Touristensteuern 2026 so stark?

Hinter den Erhöhungen steckt eine klare politische Strategie: Italien richtet seine Tourismusabgaben an anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Spanien und Portugal aus, um Menschenmassen zu steuern und nachhaltigen Tourismus zu finanzieren. Um die Tourismuswelle optimal zu nutzen, hat die Regierung von Premierministerin Giorgia Meloni den Gemeinden die Erlaubnis zur Erhöhung der Kurtaxe erteilt – die Tourismussteuer könnte sogar auf alle 7.904 italienischen Gemeinden ausgedehnt werden, die sie anwenden wollen.

Das neue Haushaltsgesetz, das seit dem 1. Januar 2026 in Kraft ist, bildet die rechtliche Grundlage. Das Jahr 2026 bringt erhebliche Änderungen für die Kurtaxe, und das Haushaltsgesetz bestätigt die Befugnis der Gemeinden zur Tariferhöhung. Diese Maßnahme erzeugt laut Experten Mehreinnahmen, die bis zu 1,3 Milliarden Euro erreichen könnten. Kein Wunder also, dass der Nationale Gemeindeverband (ANCI) die Regelung scharf kritisiert und sie als „touristische Enteignung“ bezeichnet – er betont, die Touristensteuer sei ursprünglich zur Deckung lokaler Kosten durch Massentourismus geschaffen worden, nicht zur Finanzierung nationaler Ausgaben.

Trotz aller Maßnahmen bleibt der Andrang ungebrochen: Während Italien mit Airbnb-Verboten in Florenz, Eintrittsgebühren in Venedig und Touristensteuern von bis zu zwölf Euro pro Nacht gegen den Overtourism ankämpft, stürmen 2026 mehr Urlauber ins Land als je zuvor – die Tourismusbranche meldet für Februar eine Rekordauslastung von 85 Prozent.

Stadt für Stadt: Was du 2026 wo konkret zahlst

Rom: Ferienwohnungen im Preissprung

Die Hauptstadt zählt weiterhin zu den teuersten Destinationen in Sachen Kurtaxe. Rom wird voraussichtlich Italiens größter Einnahmesammler bei der Touristensteuer bleiben, mit prognostizierten rund 288 Millionen Euro. Besonders drastisch fällt die Erhöhung für Ferienwohnungen aus: Die Tourismussteuer steigt in Rom von 3,50 Euro auf 6 Euro pro Nacht. In Luxushotels können die Tarife sogar bis zu 10 Euro pro Nacht erreichen. Wer also eine Woche in der Ewigen Stadt verbringt, zahlt als Paar schnell 70 bis 140 Euro allein an Kurtaxe – on top zu seinem All-Inclusive-Preis. Zusätzlich führte Rom im Februar 2026 am berühmten Trevi-Brunnen eine Ticketpflicht ein.

Mailand: Olympia-Steuer treibt die Kurtaxe auf Rekordwerte

In der Modemetropole schlägt die Kurtaxe 2026 besonders heftig zu Buche – und zwar aus einem konkreten Anlass: Für Urlauber in Teilen Italiens steigen ab dem 1. Januar 2026 die Übernachtungskosten deutlich: Mit Blick auf die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo hat die Stadt Mailand beschlossen, die Kurtaxe für Gäste massiv anzuheben – das betrifft Hotels aller Kategorien, Ferienwohnungen, Campingplätze und Jugendherbergen.

Die konkreten Tarife: Vier- und Fünf-Sterne-Hotels wenden eine Gebühr von 10 Euro pro Nacht an, Drei-Sterne-Häuser steigen auf 7,40 Euro, Zwei-Sterne-Betriebe auf 5 Euro. Ein-Sterne-Hotels zahlen 4 Euro pro Nacht. Bei Kurzzeitvermietungen wie Ferienwohnungen beträgt die Steuer 9,50 Euro pro Nacht – bei einigen Varianten fast auf Luxushotelniveau. Campingplätze und Jugendherbergen zahlen 3 Euro pro Nacht. Ab dem 1. April 2026 gilt eine weitere Anpassung per Stadtratsbeschluss (Resolution 144 vom 12. Februar 2026): Der Tarif für Fünf-Sterne-Hotels steigt auf 12 Euro pro Nacht – das ist die zweite Tariferhöhung innerhalb weniger Monate. Mailand zielt darauf ab, 110 Millionen Euro einzunehmen – ein Plus von 43 Prozent gegenüber 2025.

Venedig: Rekordeinnahmen und Pläne für bis zu 50 Euro Eintritt

Die Lagunenstadt bleibt das weltweit aufsehenerregendste Beispiel für Tourismus-Abgaben. Wer in Venedig übernachtet, zahlt ohnehin schon lange eine Kurtaxe. Neu und einzigartig ist das Tagesbesucher-Eintrittsgeld: 2025 war die Eintrittsgebühr an 54 Tagen zu bezahlen; 2026 wurde sie auf 60 Tage ausgeweitet und an ausgewählten Tagen von 3. April bis 26. Juli 2026 eingehoben. Die Gebühr betrug für Tagesbesucher fünf Euro. Für Kurzentschlossene, die vier Tage vor dem Besuch oder noch kürzer buchten, war das Eintrittsgeld mit zehn Euro doppelt so hoch.

Das Ergebnis: Venedig hat 2026 mit seinem weltweit einzigartigen Eintrittsgeld mehr als fünf Millionen Euro eingenommen. Die Stadt berichtete nach dem Ende der diesjährigen Bezahlsaison von mehr als 650.000 zahlenden Tagesbesuchern. Von der Gebühr betroffen waren ausschließlich Tagesbesucherinnen und -besucher – wer mindestens eine Übernachtung in Venedig gebucht hatte, musste kein Ticket lösen. Der Tipp fürs Sparen liegt also auf der Hand: Wer in Venedig übernachtet, spart das Eintrittsgeld – zahlt dafür aber die reguläre Kurtaxe.

Wie geht es 2027 weiter? Der neue Bürgermeister Simone Venturini hat bereits angedeutet, dass es für Tagesausflügler künftig deutlich teurer werden könnte – zwischen 30 und 50 Euro will der Politiker an bestimmten Terminen verlangen. Allerdings darf Venedig darüber nicht allein entscheiden und ist auf die Zustimmung der Regierung in Rom angewiesen.

Florenz und Neapel: Weitere Preisschritte

In Florenz sind die 2025 eingeführten Erhöhungen bestätigt, mit Tarifen, die für Fünf-Sterne-Häuser bis zu 8 Euro erreichen. In Neapel steigen die Tarife um je 1 Euro auf bis zu 6 Euro pro Nacht. Neben diesen Übernachtungsabgaben bringt 2026 an einigen von Italiens bekanntesten Sehenswürdigkeiten neue oder erweiterte Zugangsgebühren, mit denen die Städte Besuchermassen lenken und Instandhaltungskosten decken wollen.

Gardasee: Beliebtes All-Inclusive-Ziel mit kräftigen Aufschlägen

Besonders für Familien und All-Inclusive-Fans ist der Gardasee ein Dauerbrenner – und auch hier schlägt 2026 die Steuererhöhung durch. In Sirmione wurde die Steuer 2026 um 20 Prozent erhöht; für Ferienwohnungen stieg sie von 1,50 auf 2,80 Euro pro Nacht. In Lazise und Bardolino stiegen die Einnahmen um rund 60 beziehungsweise 55 Prozent, was auf deutliche Tariferhöhungen und/oder stärkere Besucherzahlen hindeutet.

Wichtig zu wissen: Als grobe Faustregel gilt im Jahr 2026, dass die Touristensteuer in Italien zwischen 1 und 10 Euro pro Nacht und Person variiert – je nach Ort und Unterkunftskategorie. Wer eine Woche zu zweit in einem Vier-Sterne-Hotel in Sirmione übernachtet, kann schnell 30 bis 50 Euro extra einplanen müssen. Diese Zusatzkosten stehen nicht im All-Inclusive-Preis – die Touristensteuer wird von den meisten Buchungsportalen und Reiseveranstaltern separat ausgewiesen und ist vor Ort zu entrichten.

Wohin fließt das Geld? Die Einnahmen finanzieren Maßnahmen für den lokalen Tourismus, von der Wartung der Infrastruktur bis zur Vermarktung der Region. Gesetzlich ist festgelegt: 70 Prozent der Mittel müssen für touristische, ökologische und städtische Sicherheitszwecke verwendet werden, 30 Prozent fließen in nationale Sozialfonds.

Was die Steuer für All-Inclusive-Urlauber konkret bedeutet

Das Missverständnis ist weit verbreitet: All-Inclusive heißt nicht, dass du in Italien keine Zusatzkosten hast. Die *imposta di soggiorno* fällt immer an – egal ob du mit Vollpension, Halbpension oder im All-Inclusive-Paket gebucht hast. Die Touristensteuer ist eine gesetzlich verankerte kommunale Abgabe in Italien. Du zahlst sie pro Person und Nacht direkt an deinen Beherbergungsbetrieb, der das Geld dann an die Gemeinde weiterleitet. Eine Weigerung ist nicht möglich, da der Betrieb gegenüber der Gemeinde haftet – auch wenn du nicht zahlst.

Das macht die Touristensteuer für All-Inclusive-Reisende besonders spürbar: Anders als bei À-la-carte-Buchungen, wo Kosten sowieso variabel anfallen, ist die Kurtaxe ein fixer Aufschlag, der beim Auschecken – oder manchmal sogar beim Einchecken – kassiert wird. Bei einer Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern über 14 Jahren in einem Fünf-Sterne-Resort in Venedig oder Mailand können das bis zu 168 Euro pro Woche sein, die im All-Inclusive-Preis schlicht nicht enthalten sind.

Besonders für Lastminute-Reisen nach Italien gilt: Kalkuliere die Touristensteuer beim Budgetvergleich immer mit ein, damit du am Ende nicht von einer unerwarteten Rechnung an der Rezeption überrascht wirst. Dein Reiseveranstalter ist verpflichtet, sie auszuweisen – prüfe das schon beim Buchen.

Ausnahmen und wer nicht zahlen muss

Nicht alle müssen die volle Kurtaxe entrichten. Einige Regelungen sind besonders relevant:

  • Venedig-Eintrittsgeld: Ausgenommen sind Reisende, die mindestens eine gebuchte Übernachtung in der Lagunenstadt nachweisen können, Einwohner der Region Venetien sowie Kinder bis 14 Jahre.
  • Kinder: In vielen Gemeinden sind Kinder bis zu einem bestimmten Alter (meist 12 bis 14 Jahre) von der Kurtaxe befreit – die Altersgrenze variiert je nach Kommune.
  • Längere Aufenthalte: Einige Gemeinden begrenzen die Steuerpflicht auf eine maximale Anzahl an Nächten (oft 5 bis 7 Nächte), sodass ein längerer Aufenthalt sich anteilig rechnen kann.
  • Saisonale Regeln: In Moniga del Garda beispielsweise gilt die Steuer 2026 nur saisonal, vom 1. April bis 31. Oktober.

Für eine Städtereise nach Rom oder Mailand lohnt es sich, immer die aktuellen Konditionen der jeweiligen Gemeinde vorab zu prüfen.

5 Tipps, um die Steuerlast beim Italien-Urlaub zu minimieren

  1. Frühzeitig buchen (Venedig): In Venedig beträgt die Gebühr 5 Euro bei Buchungen bis 4 Tage vor Besuchsbeginn; bei Reservierungen innerhalb von 3 Tagen vor dem Besuch erhöht sie sich auf 10 Euro. Wer früh plant, spart die Hälfte.
  2. In Venedig übernachten statt Tagesausflug machen: Als Übernachtungsgast zahlst du nur die reguläre Kurtaxe und sparst das Eintrittsgeld für Tagesbesucher.
  3. Kleinere Gemeinden wählen: Wer nicht unbedingt im Stadtzentrum von Rom oder Mailand schlafen muss, findet in Umlandgemeinden deutlich niedrigere Tarife – und oft bessere All-Inclusive-Preise.
  4. Reisedauer prüfen: Manche Gemeinden erheben die Kurtaxe nur bis zu einer maximalen Übernachtungszahl – danach entfällt sie. Lange Urlaube können sich also lohnen.
  5. Budget-Kalkulation beim Buchen: Addiere beim Vergleich von Pauschalreisen nach Italien immer die zu erwartende Touristensteuer – das schärft den echten Preisvergleich und verhindert böse Überraschungen.

Häufige Fragen zur Touristensteuer in Italien 2026

Was ist die imposta di soggiorno und muss ich sie immer zahlen?

Ja. Die imposta di soggiorno (auch „Kurtaxe“ oder „Bettensteuer“) ist eine gesetzlich verankerte kommunale Abgabe in Italien, die pro Person und Nacht erhoben wird. Du zahlst sie unabhängig von deiner Buchungsart – also auch bei All-Inclusive-Paketen. Der Beherbergungsbetrieb ist verpflichtet, sie einzuziehen, und haftet gegenüber der Gemeinde selbst dann, wenn ein Gast verweigert zu zahlen.

Wie hoch ist die Touristensteuer 2026 in den wichtigsten Städten?

Die Tarife variieren stark: In normalen Gemeinden bis zu 7 Euro pro Nacht, in Kulturerbe-Städten wie Rom, Venedig oder Florenz bis zu 12 Euro pro Nacht in der höchsten Unterkunftskategorie. Mailand erhebt seit dem 1. April 2026 bis zu 12 Euro für Fünf-Sterne-Hotels. Am Gardasee liegen die Tarife je nach Ort zwischen 1 und 5 Euro pro Nacht.

Zahlt man das Venediger Eintrittsgeld auch als Hotelgast?

Nein. Das Tagesbesucher-Eintrittsgeld (5 Euro bei Frühbuchung, 10 Euro bei kurzfristiger Buchung) gilt ausschließlich für Tagestouristen ohne Übernachtung. Wer in Venedig in einem Hotel übernachtet, ist vom Eintrittsgeld befreit, zahlt aber die reguläre Kurtaxe. Für 2027 wird eine Erhöhung des Eintrittsgeldes auf bis zu 50 Euro diskutiert – eine Entscheidung steht aber noch aus.

Ist die Touristensteuer im All-Inclusive-Preis enthalten?

In der Regel nicht. Reiseveranstalter und Buchungsportale sind zwar verpflichtet, sie separat auszuweisen, doch sie wird fast immer vor Ort und in bar an der Rezeption bezahlt. Prüfe bei deiner Buchung explizit, ob die Kurtaxe bereits eingeschlossen ist, oder frag deinen Veranstalter danach.

Gibt es Ausnahmen von der Touristensteuer?

Ja, häufige Ausnahmen betreffen Kinder (meist bis 12 oder 14 Jahre), Personen mit bestimmten Behinderungen sowie in manchen Gemeinden Personen, die aus beruflichen Gründen einreisen. In Venedig sind Einwohner der Region Venetien und Kinder unter 14 Jahren vom Eintrittsgeld befreit. Die genauen Regelungen sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und sollten vorab geprüft werden.

Wohin fließt das Geld aus der Touristensteuer?

Gesetzlich sind in Italien mindestens 70 Prozent der Einnahmen aus der Touristensteuer für touristische, ökologische und sicherheitsrelevante Projekte zweckgebunden – also etwa Infrastrukturinstandhaltung, Radwege, Ufergestaltung und Tourismusmarketing. Die restlichen 30 Prozent fließen in nationale Sozialfonds, was der Nationale Gemeindeverband ANCI scharf kritisiert.