ADAC-Studie & PiNCAMP-Ranking 2026: Wohnmobil-Boom in Deutschland – was die aktuellen Zahlen für deinen Campingurlaub bedeuten
Mittwoch, 14. Oktober 2026 | Kategorie: International
Jeder Vierte campt – und das Wohnmobil thront an der Spitze
Zwei frische Studien aus dem Spätsommer 2026 zeigen es schwarz auf weiß: Der Campingurlaub in Deutschland erlebt einen echten Boom – und das Wohnmobil ist sein wichtigstes Symbol. Camping gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung. Laut einer aktuellen Marktforschungsumfrage des ADAC zählt inzwischen jeder Vierte ab 16 Jahren (25 Prozent) zur Camping-Zielgruppe, was rund 17 Millionen Deutschen entspricht – vier Prozentpunkte mehr als noch 2023. Gleichzeitig kürte das ADAC-Campingportal PiNCAMP am 25. August 2026 die meistgesuchten Campingplätze Europas – und Deutschland dominiert das Ergebnis wie nie zuvor.

Knapp die Hälfte aller Campingurlaube wird mit dem Wohnmobil, dem Campingbus oder dem Minicamper unternommen. 18 Prozent buchen Mobilheime, 17 Prozent sind mit Zelt oder Dachzelt und 16 Prozent mit dem Wohnwagen unterwegs. Wer also mit dem Reisemobil unterwegs ist, repräsentiert die klar dominante Art des Campingurlaubs in Deutschland.
Die ADAC Camper-Studie 2026: Alle wichtigen Zahlen im Überblick
Die ADAC Camper-Studie 2026 wurde von NORDLIGHT research im Auftrag der ADAC Marktforschung durchgeführt. Grundlage der Analyse sind 4.371 Screening-Interviews mit Personen ab 16 Jahren in Deutschland sowie 1.003 vertiefende Interviews mit Personen aus der Camping-Zielgruppe. Die Online-Befragung fand vom 29. Juni bis zum 7. Juli 2026 statt. Die Ergebnisse liefern ein vielschichtiges Bild der deutschen Camping-Nation.
Jüngere entdecken das Wohnmobil für sich
Besonders auffällig: Den stärksten Zuwachs verzeichnet die Studie bei den jüngeren Reisenden. In der Altersgruppe der 16- bis 39-Jährigen kletterte der Camper-Anteil innerhalb von drei Jahren von 35 auf 39 Prozent. Bei den 40- bis 59-Jährigen liegt der Wert bei 26 Prozent, während die Generation über 60 mit unverändert elf Prozent das Schlusslicht bildet. Das Klischee vom rüstigen Rentner im Reisemobil hat also ausgedient: Die Zielgruppe verjüngt sich deutlich.
Budget steigt: Camping ist kein Sparmodell mehr
Deutlich wird auch, dass Camping keineswegs ein reines Sparmodell ist. Das durchschnittliche Wochenbudget stieg gegenüber 2023 leicht an und liegt nun bei 910 Euro pro Erwachsenen oder Jugendlichen sowie 410 Euro pro Kind unter 14 Jahren. Umgerechnet stehen damit täglich 102 Euro pro Erwachsenen zur Verfügung – 2023 waren es noch 90 Euro. Für Kinder blieb das Tagesbudget mit 54 Euro nahezu konstant. Wohnmobilurlaub ist damit in puncto Budget auf Augenhöhe mit manchem Hotelurlaub angekommen.
Deutschland bleibt das liebste Reiseziel
Beim Reiseziel bleiben die Deutschen ihrer Heimat treu. Mit rund 54 Prozent führt Deutschland das Ranking klar an, gefolgt vom europäischen Ausland mit etwa 41 Prozent. Für dich als Wohnmobilurlauber bedeutet das: Die besten Plätze in Deutschland sind heiß begehrt – und eine frühzeitige Buchung lohnt sich mehr denn je.
Microcamping auf dem Vormarsch
Neben dem klassischen Campingplatz wächst die Nachfrage nach alternativen Stellplätzen rasant. Es zeichnet sich ein Trend zu individuelleren Übernachtungsformen ab. Sogenanntes Microcamping – etwa auf Bauernhöfen, Weingütern oder privaten Grundstücken – haben bereits 29 Prozent der Befragten ausprobiert. Weitere 56 Prozent können sich vorstellen, solche naturnahen Angebote in den kommenden zwei Jahren zu testen. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, profitiert von dieser Entwicklung besonders, da Reisemobile auf kleinen Privatplätzen oft willkommen sind.
PiNCAMP Most Wanted 2026: Deutschland dominiert das Europa-Ranking
Das Campingportal PiNCAMP veröffentlichte am 25. August 2026 sein Ranking „Most Wanted 2026″, das auf den Seitenaufrufen deutscher Nutzer basiert. Das Ergebnis ist eine kleine Sensation für den deutschen Campingtourismus.
Im aktuellen PiNCAMP-Ranking für 2026 rücken deutsche Campingplätze stärker in den Fokus der Nutzer. Mit 39 Anlagen in den Top 100 stellt Deutschland die meisten Standorte im europäischen Vergleich. Im Vorjahr waren es noch 30. Damit ist Deutschland im Ranking stärker vertreten als Italien mit 25 und Kroatien mit 23 Campingplätzen.
Das Ranking basiert auf den Seitenaufrufen deutscher Nutzer auf PiNCAMP.de im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Juli 2026. Berücksichtigt werden ausschließlich Campingplätze mit mindestens vier Nutzerbewertungen und einer durchschnittlichen Bewertung von mindestens sieben von zehn Punkten.
Schleswig-Holstein führt das Bundesländer-Ranking an
Besonders gefragt sind Plätze im Norden: Schleswig-Holstein stellt nicht nur die meisten deutschen Anlagen in den Top 100, sondern auch mehrere Plätze in der Spitzengruppe. Besonders gut schneidet Schleswig-Holstein ab. Zehn Campingplätze aus dem nördlichsten Bundesland schaffen es in die europäische Top 100, drei davon sogar unter die ersten zehn. Bayern folgt mit neun Plätzen. Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern kommen jeweils auf sechs, Niedersachsen auf vier. Rheinland-Pfalz stellt zwei Plätze, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen jeweils einen.
Wulfener Hals auf Fehmarn: Deutschlands Nummer eins bleibt unangefochten
Insgesamt stellt Deutschland in den Top 100 mit 39 Plätzen den größten Anteil. Dabei führt der Camping- und Ferienpark Wulfener Hals auf Fehmarn das PiNCAMP-Ranking „Most Wanted 2026″ als beliebtester Campingplatz Deutschlands an. Er war bereits 2025 der meistgefragte Campingplatz deutscher PiNCAMP-Nutzer und verteidigt seine Spitzenposition.
Für besondere Bewegung an der Spitze sorgt Rosenfelder Strand Ostsee Camping in Schleswig-Holstein: Als höchstplatzierter Neueinsteiger erreicht der Campingplatz direkt Rang zwei. Dabei springt dieser Ostsee-Campingplatz von Rang 203 auf Platz zwei. Eine beeindruckende Aufholjagd, die zeigt, wie dynamisch das Campinggeschehen an der deutschen Ostsee derzeit ist.
Über eine Million Wohnmobile: Der Markt in Zahlen
Hinter dem Boom steckt auch eine gewaltige Fahrzeugflotte. Der Wohnmobil-Boom in Deutschland lässt sich in einer Zahl zusammenfassen: über eine Million. Der CIVD schätzt die tatsächliche Zahl der in Deutschland genutzten Wohnmobile (inklusive in anderen Fahrzeugklassen registrierten) auf ca. 1,09 Millionen.
75.368 neue Wohnmobile wurden 2025 in Deutschland zugelassen (+0,9 % gegenüber 2024). 18.766 neue Caravans wurden zugelassen (−13,4 % gegenüber 2024). Das belegt: Das Reisemobil gewinnt auf Kosten des klassischen Wohnwagens – ein Trend, der sich 2026 weiter fortsetzt. Im März 2026 stiegen die Wohnmobil-Zulassungen um +12,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Marktanteil an allen Neuzulassungen betrug 3,0 %.
Das beliebteste Basisfahrzeug: Fast die Hälfte aller zugelassenen Wohnmobile (42,6 %) basiert auf dem Fiat Ducato. Wer sich für ein Reisemobil interessiert, begegnet diesem Fahrgestell also mit großer Wahrscheinlichkeit – egal ob Neu- oder Gebrauchtkauf.
Was das alles für deinen Wohnmobilurlaub in Deutschland bedeutet
Die Botschaft aus ADAC-Studie und PiNCAMP-Ranking ist klar: Wohnmobilurlaub in Deutschland ist gefragter denn je. Das hat konkrete Auswirkungen auf deine Reiseplanung:
Frühzeitig buchen ist Pflicht. Camping bleibt eine der beliebtesten Urlaubsformen der Deutschen. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach besonders attraktiven Campingplätzen. Gerade an der Ostsee – in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern – und in Bayern sind die Top-Plätze zur Hauptsaison oft Monate im Voraus ausgebucht. Die PiNCAMP-App des ADAC bietet dir Echtzeitverfügbarkeit für rund 4.000 buchbare Plätze direkt in der App.
Microcamping als Alternative entdecken. Wenn der Wunschplatz voll ist, lohnt ein Blick auf kleinere, private Stellplätze. Microcamping bezeichnet kleine, häufig private Stellplatzangebote, etwa auf Bauernhöfen, Weingütern oder privaten Grundstücken. Typisch sind Plätze für nur wenige Fahrzeuge. Gerade mit einem kompakten Wohnmobil in Deutschland eröffnen sich hier Möglichkeiten, die der klassische Campingplatz nicht bieten kann.
Budget realistisch planen. Das durchschnittliche Wochenbudget ist seit 2023 gestiegen. Pro Erwachsenem oder Jugendlichem stehen im Schnitt 910 Euro zur Verfügung, pro Kind unter 14 Jahren 410 Euro. Das entspricht täglich 102 beziehungsweise 54 Euro. 2023 waren es bei Erwachsenen noch 90 Euro pro Tag. Plane also mehr Budget für Stellplatzgebühren und Infrastruktur ein – die Preise ziehen mit der Nachfrage mit.
Norddeutschland und Bayern als Top-Ziele. Wer die meistgesuchten Regionen Deutschlands erkunden möchte, ist an der Ostseeküste und in den bayerischen Alpen besonders gut aufgehoben. Für eine Pauschalreise Deutschland oder einen individuellen Lastminute-Urlaub Deutschland lohnt sich der Blick auf Ferienparkbetreiber, die auch Wohnmobilstellplätze kombiniert anbieten.
Den Trend früh nutzen: Kastenwagen und Campervan als Einstieg. Bei den Wohnmobilen wurde ein kleines Plus von 1 Prozent verbucht (75.368 Neuzulassungen), während die Wohnwagen mit 18.766 rund 13 Prozent unter dem Vorjahreswert lagen. Kompakte Kastenwagen und Campervans sind laut ADAC derzeit besonders im Trend – ideal für Einsteiger und für Städte- oder Kurztrips, zum Beispiel als Städtereise Deutschland.
Häufige Fragen zum Wohnmobilurlaub in Deutschland 2026
Wie viele Deutsche machen Campingurlaub?
Laut der ADAC Camper-Studie 2026 zählen rund 17 Millionen Menschen ab 16 Jahren zur Camping-Zielgruppe – das entspricht 25 Prozent der Bevölkerung in dieser Altersgruppe und einem Anstieg um vier Prozentpunkte gegenüber 2023.
Welcher Campingplatz ist der beliebteste in Deutschland 2026?
Der Camping- und Ferienpark Wulfener Hals auf Fehmarn in Schleswig-Holstein führt das PiNCAMP-Ranking „Most Wanted 2026″ an – zum zweiten Mal in Folge. Er ist auch europaweit unter den meistgesuchten Campingplätzen.
Welche Region Deutschlands hat die meisten Top-Campingplätze?
Schleswig-Holstein führt das Bundesländer-Ranking mit zehn Plätzen in der europäischen Top 100 an, darunter drei unter den ersten zehn. Bayern folgt mit neun Plätzen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern kommen jeweils auf sechs.
Ist das Wohnmobil wirklich die beliebteste Campingform?
Ja. Knapp die Hälfte aller Campingurlaube in Deutschland wird laut ADAC-Studie 2026 mit einem Wohnmobil, Campingbus oder Minicamper unternommen. Damit ist das Reisemobil deutlich beliebter als Mobilheime (18 %), Zelte (17 %) oder Wohnwagen (16 %).
Wie viel Budget brauche ich für eine Wohnmobilreise in Deutschland?
Das durchschnittliche Wochenbudget liegt 2026 bei 910 Euro pro Erwachsenen – das sind täglich rund 102 Euro. 2023 waren es noch 90 Euro pro Tag. Pro Kind unter 14 Jahren rechnen Familien im Schnitt mit 410 Euro pro Woche.
Was ist Microcamping und lohnt es sich für Wohnmobilisten?
Microcamping bezeichnet kleine, private Stellplätze auf Bauernhöfen, Weingütern oder Privatgrundstücken. 29 Prozent der deutschen Camper haben solche Angebote bereits genutzt, weitere 56 Prozent können sich das vorstellen. Für Wohnmobilisten sind diese Plätze oft eine günstige und naturnahe Alternative zu großen Campingparks.
Wie viele Wohnmobile gibt es in Deutschland?
Der CIVD schätzt die tatsächliche Zahl der in Deutschland genutzten Wohnmobile auf rund 1,09 Millionen. Damit wurde erstmals die Millionenmarke überschritten – ein Meilenstein für die Branche.
