Iditarod – Das größte Schlittenhunderennen der Welt

Grüne Täler in unendlichen Weiten, im Sonnenschein funkelnde Gletscher, riesige Berge, wild sprudelnde Flüsse und traumhafte Seen stehen für den faszinierenden Bundesstaat Alaska in den Vereinigten Staaten von Amerika. Auf einer Landfläche von 1.481.346 Quadratkilometer leben weniger als 680.000 Einwohner. Beim Durchstreifen des Landes trifft man auf weit mehr heimische Wildtiere als Menschen. In dieser einsamen Landschaft findet jährlich das größte Schlittenhunderennen der Welt statt. Das Iditarod Trail Sled Dog Race führt über eine Strecke von 1.790 beziehungsweise 1.820 Kilometer, es beginnt jährlich am Samstag des ersten Wochenendes im März. Zunächst findet in Anchorage der zeremonielle Start statt, die beteiligten Teams mit jeweils 12 Hunden legen hernach ausnahmslos nur die kurze Strecke von 30 Kilometer nach Willow zurück. Meist wird diese Fahrt sehr gemütlich angegangen, denn sie unterliegt nicht der Gesamtbewertung. Am nächsten Tag ist der offizielle Beginn des Iditarod Rennens, je nach der individuellen Arbeitsweise eines jeden Teilnehmers werden bis zu 16 Hunde vor den Schlitten gespannt.

Nach dem offiziellen Start sind die Hundeführer, die sogenannten Musher, in der Einsamkeit der verschneiten Landschaft sich selbst überlassen. Die heutige Route orientiert sich größtenteils an der historischen Strecke, welche im Jahre 1925 von der weltweit gerühmten Hundeschlittenstaffel befahren wurde. Diese musste in höchster Eile dringend benötigte Medizin von Anchorage nach Nome transportieren, da eine Vielzahl Menschen an Diphtherie erkrankt waren. 680 Kilometer betrug der erste Streckenabschnitt auf der Bahnlinie Alaska – Nenana, hernach mussten weitere 1090 Kilometer bis nach Nome bewältigt werden. Zwanzig Schlittenführer und mehr als 100 Hunde waren wechselweise im Einsatz, diese schafften die Gesamtroute in nur 5,5 Tagen. Durch den grenzenlosen Einsatz sowohl der Menschen als auch der Tiere wurde die normal benötigte Fahrzeit um mehr als 15 Tage unterschritten. Als größte Helden gelten der Musher Leonhard Seppala und sein Leithund

Togo, die für den gefährlichsten und längsten Teil der Strecke zuständig waren. Das Iditarod Rennen findet heute auf dem Mittelteil der historischen Route statt, jährlich abwechselnd einmal nördlich und einmal südlich um das Innoko National Wildlife Refuge herum.

Inhaltsverzeichnis

Iditarod

Höchste Fitness von Mensch und Tier sind erforderlich

Die Schlittenhundeführer folgen keiner festgelegten Route, sie wählen ihren eigenen Weg nach individuellen Ansprüchen und Leistungsvermögen. Wichtig ist in jedem Fall, die Kontrollpunkte aufzusuchen. Die Nordroute besitzt 26, die Südroute 27 Checkpoints. An diesen erfolgt jeweils eine Registrierung der angekommenen Teams, gleichzeitig besteht die Möglichkeit zum Wechsel des Schlittens, zur Aufnahme von Proviant sowie zum Ausruhen. Jedem Musher bleibt die Entscheidung über die tägliche Kilometer- und Stundenleistung selbst überlassen. Sie können am besten einschätzen, wie fit Mensch und Tier noch sind. Meistens besteht eine sehr enge Beziehung zwischen den beiden Individuen. Der Hundeführer kennt seine Vierbeiner zu 100 Prozent und weiß, wie er die Kräfte seiner tierischen Crew einteilen muss, damit alle gesund am Ziel ankommen. Zum Schutz der engagierten Schlittenhunde besteht zudem die Pflicht zur einmaligen Einlegung einer 24-Stunden-Rast sowie zweimaligen 8-Stunden-Pause während des Rennens. Regelmäßige Tierarztkontrollen unterwegs sorgen für die fachmännische Beurteilung des Gesundheitszustandes.

Schlittenhundefuehrer

Das Iditarod Rennen erfordert neben einer großen Erfahrung im Schlittenhundefahren durch einsame Wildnis gleichfalls eine große Härte von Mensch und Tier. In der Regel sind sie zwischen 8 und 15 Tage unterwegs, sie trotzen dabei eiskalten Temperaturen und heftigen Windstürmen, -70° Celsius und weniger stellen zeitweise die einzigen Begleiter der Teams dar. Gleich die ersten 100 Meilen gelten als extrem gefahrvoll, da zahlreiche Elche dort auf Futtersuche unterwegs sind und es zu unangenehmen Zwischenfällen kommen kann. Positiv an dem ersten Streckenteil sind die sehr guten Markierungen und die eher flache Landschaft. Im Anschluss daran geht es weiter zum Rainy Pass, einer der gefährlichsten Punkte des gesamten Schlittenhunderennens. Aber auch die nächsten 220 Meilen sind sehr hart für die Zwei- und Vierbeiner. Berge hinauf und hinunter, Blizzards in den Hochtälern, verschwundene Kennzeichnungen sowie das Überqueren von Flüssen verlangen den Teilnehmern einiges ab. Gleich, ob die nördliche oder südliche Route vorgeschrieben wird, die dortigen Regionen sind kaum besiedelt und bieten eine unheimliche Einsamkeit.

Spannender Zieleinlauf

Obwohl von Unalakleet aus noch mehr als 270 Kilometer vor den mittlerweile bereits sehr erschöpften Teams liegen, gelten diese bereits als Teil des Endspurts. Gab es vor einiger Zeit noch einen großen Unterschied zwischen dem Leistungsvermögen der einzelnen Teilnehmer, der das Feld weit auseinanderzog, befinden sich diese heute oftmals nah beieinander. Der letzte Streckenabschnitt befindet sich zwischen White Mountain und Nome, dort nehmen Schlittenhundeführer und Vierbeiner noch einmal ihre ganzen Kräfte zusammen, um wertvolle Minuten gutzumachen. Die ankommenden Schlitten, welche in Nome die Ziellinie, die vom Red „Fox“ Olson Trail Monument dargestellt wird, erreichen, werden unter lauten Jubelrufen empfangen. Der Gewinner steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, da zunächst noch die jeweiligen Streckenzeiten zusammengefasst werden müssen. Letztendlich ist ein jedes Team bewundernswerter Sieger über die Härten der Natur, die Mensch und Tier bei dem Iditarod Rennen bis an ihre Leistungsgrenzen bringen.

Iditarod - Spannender Zieleinlauf

Hunde, die ihresgleichen suchen

Es lohnt sich in jedem Fall, dieses einzigartige Schauspiel vor Ort anzusehen. Die Schlittenhunde sind fantastische Tiere, welche vor Lebhaftigkeit und Kraft nur so strotzen. Neben den aus dem Land stammenden Vierbeinern der Rasse Alaskan Malamute kommen auch die russischen Siberian Huskys zum Einsatz. Diese beiden Hundearten gelten als besonders geeignet für die anspruchsvolle Aufgabe und kommen ebenso mit den eiskalten Temperaturen gut klar. Manche Züchter kreuzen die nordischen Rassen mit Wölfen, Schäferhunden oder Jagdhunden, wovon sie sich eine Verbesserung der Schnelligkeit und Ausdauer versprechen. Die meisten menschlichen Teilnehmer stellen die Alaskaner dar, gefolgt von weiteren Amerikanern aus den Bundesstaaten der USA und Kanadiern. Eher selten beteiligen sich Musher aus anderen Ländern an den berühmten Rennen. Ohne ausreichende nachgewiesene Erfahrung darf niemand an den Start gehen. Eine Grundvoraussetzung ist die Teilnahme an zwei Rennen, welche die Gesamt-Meilenzahl von 500 erreichen muss oder am Yukon Quest Race. Die hohe Startgebühr von etwa 3.000 Dollar ist nicht für jeden Hundeschlittenführer erschwinglich, jährlich melden sich etwa 50 Teams an.

Hunde - die ihresgleichen suchen

Da man als Zuschauer nie genau weiß, wann und wo die Hundeschlitten gerade unterwegs sind, platziert man sich am besten an einen der zwei Startpunkte (Anchorage und Willow) oder am Ziel in Nome. Bereits von Anfang an herrscht eine fantastische Stimmung rund um die Musher und ihre aufgeregten Tiere. Letzte Vorbereitungen werden getroffen, die umstehenden wünschen Glück für die tagelange Tour, die Abfahrt wird von Anfeuerungsrufen begleitet. Es ist ein eindrucksvolles Bild, wenn um die 50 Schlitten von ca. 800, vor Lauflust bellenden, Hunden gezogen losstarten. Ein guter Platz zum Zuschauen ist gleichfalls vor der Stadt Nome und innerhalb derselben. Man merkt Mensch wie Tier die Strapazen des härtesten Schlittenhunderennens der Welt deutlich an. Wenig Schlaf und hoher Energieverbrauch auf allen Seiten fordern ihren Tribut, doch werden noch einmal alle Kräfte zusammengenommen, denn nun ist nur noch ein Bruchteil der unendlich langen Strecke zurückzulegen.

Nome – von einer belebten Goldstadt zum beschaulichen Dorf

Alaska ist ein riesiges Land, welches sich nicht in wenigen Wochen komplett entdecken lässt. Wer gerne etwas von dem einzigartigen Erlebnis, welches das Iditarod Rennen darstellt, mitbekommen möchte, verbringt seinen Urlaub am besten direkt in Anchorage, Willow oder Nome. Letzteres ist ein Dorf mit weniger als 4.000 Einwohnern, darunter eine Vielzahl an Eskimos. Aufgrund eines großen Goldfundes im Jahre 1898 wurde an der Stelle des heutigen kleinen Ortes zunächst eine Siedlung gegründet. Wie überall auf der Welt, wo das wertvolle Metall gefunden wurde, stieg die Einwohnerzahl rasant auf etwa 10.000 an, eine Kleinstadt entstand. Krankheit, schwierigste Klimabedingungen sowie das Ende des Goldrausches aufgrund nachlassender Funde sorgte für immer weniger Bewohner. Verheerende Brände sowie mehrere heftige Stürme trugen dazu bei, dass heute von den damaligen Gebäuden nichts mehr übrig ist. In Nome befinden sich vier Hotels, zahlreiche Pensionen und Bed & Breakfast-Unterkünfte. In der Zeit des Iditarod Schlittenhunderennens empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung, denn hier erwarten zahlreiche Angehörige und Freunde der Teilnehmer sehnsuchtsvoll deren Ankunft.

iditarod - Alaska

Mit einem regen Nachtleben darf man in Nome nicht rechnen. Verschiedene Gastronomiebetriebe wie Pizzeria, Restaurant, Café etc. lassen jedoch keinerlei Hunger aufkommen, gleichzeitig dienen diese als gesellige Treffpunkte des Dorfes. Dazu gibt es einige kleine einladende Shops, die attraktive Kunst- und Handwerksprodukte der Region anbieten. Drei weitere Geschäfte („sporting goods“) bieten so allerlei, es lohnt sich durchaus, in diese hinein zu schnuppern. Von dort aus lassen sich wunderschöne Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung unternehmen, wobei sich das Mieten eines Wohnmobils oder Autos als bestes Fortbewegungsmittel darstellt. Mehrere Busgesellschaften wie

  • Alaska Trails,
  • Alaska Direct Bus Lines,
  • Homer Stage Lines sowie
  • Greyhound Canada

bedienen die verschiedenen Ortschaften an den Highways, tägliche Verbindungen sind allerdings eher selten. Auch mit dem Zug lässt sich ein Stück durch Alaska reisen, wobei man gleichzeitig in den Genuss einer atemberaubend schönen und vielseitigen Landschaft kommt. Der Alaska Railroad fährt regelmäßig von Anchorage über den Denali National Park nach Fairbanks.

Die beiden Startpunkte liegen nah beieinander

Wer gerne bei den beiden Starts des Idiatarod Hundeschlittenrennens dabei sein möchte, findet leicht sowohl in Anchorage als auch in Willow eine Unterkunft. Mit einem Kraftfahrzeug dauert die Fahrt zwischen den beiden Orten etwa 1 Stunde und 20 Minuten, so dass es leicht möglich ist, bei beiden Abfahrten dabei zu sein. Willow ist ein sehr kleines Dorf mit ca. 1.500 Einwohnern. Dieses entstand – ebenso wie Nome – in der Goldgräberzeit, zuvor siedelten sich dort bereits Ureinwohner an. Im Jahre 1954 befand sich das größte Goldabbaugebiet von Alaska am Fluss Willow Creek. Ein Bahnhof, Flugplatz sowie Highway wurden gebaut und die Stadt vergrößerte sich immer weiter. 1976 sollte diese sogar Hauptstadt des Bundesstaates werden, was jedoch aus finanziellen Gründen verworfen wurde. Mit dem Ausklingen des Goldrausches verringerte sich die Einwohnerzahl von Willow drastisch, heute stellt es eine gemütliche Ortschaft dar. Tourismus, der Einzelhandel sowie zwei Sägemühlen sorgen für den Lebensunterhalt der noch immer dort lebenden Menschen.

iditarod - Anchorage

Weitaus lebhafter geht es in Anchorage, der größten Stadt Alaskas zu. Sie besitzt einen internationalen Flughafen und gilt als wichtigste Wirtschaftsmetropole des Bundesstaates. 270.000 Einwohner leben an diesem Ort, welcher noch vor weniger als 80 Jahren ein einfaches Zeltlager war. Durch die Verbindung der Alaska Railroad sowohl in den Norden als auch Süden Alaskas, besteht ein reger Gästeverkehr in Anchorage. Von dort besitzt man die Möglichkeit, mit dem Zug in die Hafenstadt Whittier weiterzureisen. Zahlreiche Kreuzfahrtschiffe sowie regelmäßige Fährverbindungen in unzählige Städte bis hin nach British Columbia (Kanada) machen den Ort für viele Menschen interessant. In Anchorage gibt es ausnahmslos alles, was einer jeden Stadt zu eigen ist. Unzählige Unterkünfte jeder Klasse, große Einkaufsstraßen, eine breitgefächerte Auswahl an Restaurants, Cafés, Bars, Schulen und eine Universität haben dort ihren Platz gefunden. Reisende, die sich näher über das Leben der Ureinwohner in Alaska informieren möchten, sollten auf das Aufsuchen des Museums of History und Arts nicht verzichten.

Grenzenloses Austoben in den Weiten des Landes

Die atemberaubend schöne Landschaft Alaskas erforschen verspricht Jung und Alt einzigartige Naturerlebnisse, welche sich einem jeden Reisenden unvergesslich in die Erinnerung eingraben. Adler, Bären und Elche kreuzen häufig den Weg, oftmals lassen sie sich direkt vom Highway aus bestens fotografieren und beobachten. In vielen Nationalparks werden Extra Programme für Kinder angeboten, wobei diese auf spielerische Art und Weise viel Interessantes über die Flora und Fauna des Landes erfahren. An vielen Orten ist es möglich, eine Schlittenhundefahrt zu buchen und sich gemütlich oder auch rasant durch die traumhafte Winterlandschaft geleiten zu lassen. Auch Schneeschuhwanderungen oder Skitouren bringen aktive Menschen der fantastischen Natur ganz nah. Mit einem kompetenten Führer an der Seite wird der Ausflug zu einem außergewöhnlich Genuss.

Kinder werden überall in Alaska herzlich willkommen geheißen, sei es in Museen mit Extra Ausstellungen oder in Restaurants mit speziellen Kinderportionen.

iditarod - Landschaft Alaska

Passend zum kalten Klima bietet das Land deftige Speisen wie schmackhafte Eintöpfe und riesige Steaks. Fangfrischer Lachs oder Heilbutt aus den einheimischen Gewässern stellen köstliche Spezialitäten dar, an den Küsten finden sich häufig auch Muscheln und Krebse auf der Speisekarte. Während man in den Städten eine recht große Auswahl an Lebensmitteln vorfindet, beschränken sich im Hinterland die Einkaufsläden meist auf praktische Waren für unterwegs. Gefriergetrocknete Produkte stehen dort ebenso im Angebot wie tiefgefrorenes Fleisch und Dosengemüse. Die Klimaverhältnisse Alaskas schließen eine eigene Landwirtschaft aus, mit viel Glück bekommt man unterwegs auf dem Land einen hausgemachten Blaubeerkuchen oder selbst hergestellte Marmelade serviert.